Die Infrastruktur

Man müßte eigentlich von Infrastrukturen reden.
Die Infrastruktur ist so unterschiedlich, daß man sie kaum beschreiben kann. Und diese Unterschiede betreffen alles.
Gebäude, Straßen, Strom- und Wasserversorgung.
Man muß sich natürlich die Frage stellen, woran das liegt. Offensichtlich fließen die Gelder teilweise in private Taschen.

Das Zentrum von Santo Domingo ist in gutem Zustand. Gepflegte Gebäude, gut ausgebaute Straßen, die elektrischen Leitungen zum großen Teil im Boden verlegt.
Bewegt man sich vom Zentrum nach Aussen, wird der Zustand mit jedem Kilometer schlechter. Dies bedeutet aber nicht, daß alles ausser Santo Domingo marode ist.
Es gibt Gegenden die einen gepflegten Eindruck machen, und andere, in denen alles herunter gekommen wirkt.
Es ist schwer erklärbar.  
 
Santo Domingo,
Zentrum
Santo Domingo
Präsidentenpalast
Santo Domingo, Zentrum
Santo Domingo, Kolonialzone
Die "zona colonial" stammt aus der Zeit der spanischen Eroberer und ist Unesco Weltkulturerbe
Monumento "bolita del mundo"
am Karibikufer

 

Das Straßennetz.

Das Straßennetz ist gut ausgebaut, mit einigen Autobahnen (Autopistas) in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung.
Ansonsten sind die Städte mit Landtraßen (carreteras) verbunden.
Der Zustand der Straßen ist sehr unterschiedlich. Von gut bis katastrophal. Selbst auf den Autobahnen muß man mit tiefen Schlaglöchern rechnen.
 
Santo Domingo, Avenida Winston Churchill
Die Avenida Winston Churchill verläuft in Nord-Süd-Richtung vom Expreso John F. Kennedy bis an das Karibikufer.
El reloj de 27.
Der "expreso de 27 de febrero" ist die längste Straße von Santo Domingo und verläuft vom Rio Ozama bis zum "plaza de banderas" in Ost-West-Richtung, danach Richtung Norden zur Autopista Duarte.
Autopista Duarte,
Sie verläuft von Santo Domingo Richtung Norden.
Autopista Duarte,
innerhalb von Santo Domingo fungiert sie als Stadtautobahn.
Straße im Stadtteil Altagracia
Nur beispielhaft.
Solche Straßen gibt es viele. Es fehlt quadratmeterweise die Teerdecke. Diese Schäden werde auch nicht repariert. So verschlimmert sich die Straße jährlich bis nur noch das Kiesfundament vorhanden ist.
"schlafender Polizist".
So werden diese Schikanen genannt, die der Verkehrsberuhigung dienen.
Die Überrgänge sind teilweise so steil, daß Schritttempo schon zu schnell ist. Man muß ganz langsam darüber rollen.
Die Schikanen sind auch nicht farblich markiert oder durch Hinweisschilder gekennzeichnet.Man muß immer auf der Hut sein!

 

Die Stromversorgung.
Eine ausreichende Stromversorgung für das Land ist nicht vorhanden.
Es gibt Bezirke mit einem 24 Stunden Netz. Dies besagt, es gibt immer Strom.
In anderen Bezirken werden in einem bestimmten Rhytmus ganze Straßenzüge abgeschaltet und wieder zugeschaltet. Angeblich legt es daran, daß viele Haushalte Ihren Strom nicht oder verspätet bezahlen. In diesen Bezirken hat man dann nur halbtags Strom.
Deswegen haben viele Haushalte "Inversoren". Diese Geräte laden Batterien auf wenn Strom vorhanden ist, und erzeugen aus den Batterien die 110V, wenn der Strom abgeschaltet wird.
Wielange man Strom hat, hängt dann natürlich von der Akkukapazität ab.
Kühlschränke, Waschmaschienen, lassen sich nicht mit den Inversoren versorgen. Die Leistung reicht aber für Beleuchtung, Fernsehen, Internet.
Gekocht wird ausschlie▀lich mit Gas, damit wenigstens die Mahlzeiten unabhängig vom Strom zubereitet werden können.
Die großen Kaufhäuser, Bürogebäude, Appartementhäuser haben alle ihre eigene Stromversorgung über Generatoren, weil die einen starken Bedarf für die Klimatisation haben.
Man muß sich vorstellen, daß hier das ganze Jahr sommerliche Temperaturen sind. Die Klimaanlagen kennen keine Pause.

 

Die Wasserversorgung
Im Großen und Ganzen ist die Wasserversorgung gesichert.
Es gibt aber Dörfer, die kein Leitungswasser haben und das Wasser mit Tankwagen gebracht wird.
Da es durchaus passieren kann, daß durch Pumpenausfall oder sonsige Unweglichkeiten kein Wasser zur Verfügung steht, sind auf den Dächern große Tanks installiert, um eine Reserve zu haben.
Das Wasser hat keine Trinkwasserqualität. Es reicht zum Duschen, Wäsche waschen, Haus reinigen.
Warmwasser ist in den Haushalten nicht üblich.Wer es denn möchte, installiert sich einen Durchlauferhitzer. Aber das ist die Ausnahme.

 

Wassertank auf dem Dach
Trinkwasser kauft man in großen Flaschen.

 

Das Abwasser
Mekrwürdigerweise wird in den Häusern nur das Wasser vom WC in die Kanalisation geleitet.
Das Wasser von den Waschbecken, Dusche, Küche wird auf die Straße geleitet. Hier fließt es dann am Straßenrand in einer Rinne ab.
An der nächsten Straßenkreuzung trifft das Wasser auf die querlaufende Rinne und fließt in dieser weiter bis der tiefste Punkt der Straße erreicht ist.
Dort wird es dann in die Kanalisation geleitet.
Oft fehlen die Kanaldeckel, so daß weggeworfene Plastikflaschen oder Becher in der Kanalisation landen. Irgendwann ist der Kanal verstopft, was beim nächsten Regenguß zur Überschwemmung der Straße führt.
Da diese Wasserrinnen oft durch Straßenschäden unterbrochen sind, bilden sich überall Pfützen, eine ideale Brutstelle für Moskitos. Es ist also nicht verwunderlich, daß es hier so viele dieser Plagegeister gibt.

 

Abwasserkanal. Man sieht, daß hier die Straßenrinnen
zusammen laufen.

 

Telefon, Internet, Fernsehen
Es besteht zumindest in den Städten eine gute Abdeckung, auch das Mobilnetz betreffend.
Fernsehen gibt es über Antenne oder kostenpflichtiges Kabel.
Das Internet ist für die hiesigen Verhältnisse recht teuer, dafür aber langsam.
Standard sind 1 Mbit/s und die Kosten liegen bei etwa 20.- Euro monatlich. Fü:r 2 Mbit/s bezahlt man schon 30.- Euro und noch schneller wird richtig teuer. Festnetztelefonie ist hier nicht sehr üblich. Es wird hauptsächlich mobil telefoniert.